Grundsätzlich soll mit Einführung des "Solidarischen
Bürgergeld" (Planungsmodell CDU / INSM) das solidarische Steuer- und
Sozialsystem abgeschafft werden.
Dafür erhält in diesem Modell JEDER
Bürger einkommensabhängig ein Bürgergeld in Höhe von 200,- oder
600,- Euro. Kinder erhalten 300,- Euro. Alle Sozialversicherungen und Sozialleistungen, wie beispielsweise
Renten- und Arbeitslosenversicherung, Kranken-, Wohn-, Kinder- und Elterngeld, sollen
gleichzeitig abgeschafft werden. Es
sollen auch Beamtenpensionen und die Altershilfe der Landwirte
entfallen. Das Grundeinkommen soll
zudem den
Mindestlohn verhindern.
Die Betroffenen sollen einen Zuschuss von 200€ für eine minimale
private Krankenversicherung erhalten.
Das Bürgergeld:
Auch wenn es die Union seit kurzem aus strategischen Gründen anders formuliert, so gelten
für das künftige Bürgergeldmodell folgende Steuersätze:
Steuer bei Einkünften bis 1600,- Euro: 50%
Steuer bei Einkünften über 1600,- Euro: 25%
Einkünfte von 0 bis 1600,- Euro = Auszahlung großes
Bürgergeld 600,- Euro
Einkünfte größer als 1600,- Euro = Auszahlung kleines
Bürgergeld 200,- Euro
Was bedeutet das Solidarische Bürgergeld für den
Einzelnen?
Abschaffung aller gesetzl. Sozialversicherungen (z.B. Arbeitslosenvers.)
Einführung priv. Krankenversicherung mit minimaler Grundversorgung
Abschaffung der Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialversicherungen
Abschaffung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
Erhöhung des Eingangssteuersatzes auf 50%
Absenkung des Spitzensteuersatzes auf 25%
Vorgespielte Mehreinnahmen werden restlos für private Vorsorge
verbraucht
Abschaffung der KM-Pauschale, Sonderausgaben usw.
Schockartiger Verfall der Löhne im unteren bis mittleren
Einkommensbereich
Gehaltsrechner¹
Brutto-Netto-Rechnung 30.000,- Euro
Rechnung bisheriges Steuersystem:
Jahreseinkommen
Euro
Abzüge 2009 aktuell
Euro
Lohn (Brutto):
30.000,00
Lohnsteuer: ( ca. 18%)
4.711,00
Solidaritätszuschlag:
259,10
(nach Steuer):
25.029,90
Steuern bisher gesamt:
- 4.970,10
Rentenversicherung:
- 2.985,00
Arbeitslosenversicherung:
- 420,00
Krankenversicherung:
- 2.460,00
Pflegeversicherung:
- 367,50
Lohn (Netto):
18.797,40
Sozialversicherung gesamt:
- 6.232,50
Rechnung Solidarisches Bürgergeld:
Jahreseinkommen
Euro
Abzüge geplant
Euro
Lohn (Brutto):
30.000,00
Lohnsteuer geplant: ( 25% )
7.500,00
(nach Steuer):
22.500,00
Steuern geplant gesamt:
- 7.500,00
Bürgergeld (12 x 200,-)
+ 2.400,00
(nach Steuer):
24.900,00
(inkl. Bürgergeld)
24.900,00
Erhöhte Eigenvorsorge wegen
abgeschaffter Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung:
AV
(12,- € Prämie je 100,- €
Leistung bei 1600,-)²
- 2.300,00
Krankentagegeld (Mann, 45J.
bei 50 € KTG ab 43. Tag)³
- 260,00
KV
(Zahnersatz, erweiterte
Leistung der Grundversorgung)³
- 500,00
RV +
entfallener AG-Beitrag
- 6.000,00
Lohn:
15.840,00
Sozialversicherung gesamt:
- 9.060,00
Verlust:
- 2957,40
Nachteil gegenüber Altregelung
- 2957,40
Zusätzlicher Vorsorgebedarf in Form der bisherigen Riester- und
BU-Versicherung sind hier noch nicht eingerechnet. Der drohende
Lohnverfall wurde nicht berücksichtigt.
¹Berechnung Steuern und Sozialabgaben bisheriges Steuersystem: Brutto-Netto-Rechner-focus.de
Berechnung Bürgergeld mit Bürgergeldrechner der JU
²ca. Beträge lt. Test.de
³ca. Beträge lt. aktuellen Angeboten diverser Anbieter(Internet)
Schockartiger Verfall der Löhne droht
Die CDU geht unterdessen mit einer "Machbarkeitsstudie" auf
Stimmenfang. Diese Studie wurde von Thomas Straubhaar - einem
Berater der von den Arbeitgeberverbänden finanzierten "Initiative
Neue Soziale Marktwirtschaft" - geschrieben. Er arbeitet am HWWI,
dem Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut.
So merkt Straubhaar in
seiner privat erstellten Studie, die er über das private HWWI
veröffentlichte, zum Thema Bürgergeld auf S.37 die zu erwartenden Auswirkungen
auf den Niedriglohnbereich am Beispiel eines bisherigen Einkommens
von 800 € selbst wie folgt an:
"Der schockartige Lohnrückgang zum Zeitpunkt der Einführung des
Grundeinkommens würde in diesem Fall ca. 503 € betragen. Das
monatliche Einkommen im Niedriglohnbereich läge dann bei 297 €."
Anm.: Wohlgemerkt bei Erwerbsarbeit in Vollzeit. Der Betrag von 297
€ muss dann noch solidarisch mit 50% versteuert werden. CDU und INSM ist damit auf
dem Weg, die europäischen Mindestlohnlösungen unserer Nachbarn zu
attackieren. Die Umverteilung von unten nach oben soll damit
verstärkt werden. Der gleichzeitige Verlust
der bisherigen sozialen Absicherungen lässt den modernen Tagelöhner
real werden.
So merkt Prof. Dr. Christoph Butterwegge (Uni Köln) in einer
kritischen Veröffentlichung an:
>>
Einzelne neoliberale Ökonomen verbinden mit dem Grundeinkommen die
Hoffnung, weitreichende Deregulierungskonzepte durchsetzen zu können.
Das von Thomas Straubhaar geleitete Hamburgische
Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) geht denn auch in seiner Studie
"Bedingungsloses Grundeinkommen und Solidarisches Bürgergeld - mehr
als sozialutopische Konzepte" nicht nur davon aus, dass "alle
steuer- und abgabenfinanzierten Sozialleistungen abgeschafft"
werden, sondern schlägt darüber hinaus vor, "alle sozialpolitisch
motivierten Regulierungen des Arbeitsmarktes" zu streichen: "Es gibt
keinen Schutz gegen Kündigungen mehr, dafür aber betrieblich zu
vereinbarende Abfindungsregeln. Es gibt keinen Flächentarifvertrag
mehr und auch keine Mindestlöhne, sondern von Betrieb zu Betrieb
frei verhandelbare Löhne. Es gibt keine Sozialklauseln mehr. Die
heute zu leistenden Abgaben an die Sozialversicherungen entfallen
vollständig." Was vielen Erwerbslosen irrigerweise als
"Schlaraffenland ohne Arbeitszwang" erscheint, wäre in Wirklichkeit
ein wahres Paradies für Unternehmer, in dem Arbeitnehmer wenig
Rechte und Gewerkschaften keine (Gegen-)Macht mehr hätten. << (Mit freundlicher Genehmigung des Autors)
Quelle: Zeitschrift "Das Parlament", Beilage "Aus Politik und Zeitgeschichte" (Nr. 51 / 17.12.2007)
Autor Prof. Dr. Christoph Butterwegge
Deutscher Bundestag:
Grundeinkommen und soziale Gerechtigkeit
Der Ökonom Dr. Herbert Wilkens (ehemals für das
Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW tätig)
attestiert auf der Webseite "Hamburger Netzwerk Grundeinkommen"
gravierende Auswirkungen des Bürgergeldes auf das
Durchschnittseinkommen:
"In der Analyse des Hamburgischen Weltwirtschafts-Instituts HWWI wird deutlich herausgestellt, dass die Einführung eines solchen bedingungslosen Grundeinkommens eine schockartige Senkung der Löhne im Niedriglohnbereich zur Folge hätte."
"Schließlich würde der Absturz der Niedriglöhne auch eine
Lohnsenkung in den mittleren Einkommensbereichen nach sich ziehen,
da die Arbeits-Teilmärkte miteinander verbunden sind. Eine weitere
existenzielle Verunsicherung bis in die mittleren
Einkommensschichten wäre die Folge."
Quelle:
http://grundeinkommen-hamburg.de/journal/eignet-sich-das-althaus-konzept-als-einstieg-in-ein-bedingungsloses-grundeinkommen
(nicht mehr im Netz)
Brutto-Netto-Rechnung 250.000,- Euro
Rechnung bisheriges Steuersystem:
Lohn
Euro
Abzüge 2009 aktuell
Euro
Lohn (Brutto):
250.000,00
Lohnsteuer: (ca. 38 %)
- 95.079,00
Solidaritätszuschlag:
- 5.229,34
(nach Steuer):
149.691,66
Steuern bisher gesamt:
- 100.308,34
Rechnung Solidarisches Bürgergeld:
Lohn
Euro
Abzüge geplant
Euro
Lohn (Brutto):
250.000,00
Lohnsteuer geplant: ( 25 % )
62.500,00
(nach Steuer):
187.500,00
Steuern geplant gesamt:
- 62.500,00
Steuervorteil gegenüber Altregelung
+
37.808,34
Bürgergeld (12 x 200,-)
+ 2.400,00
Lohn:
189.900,00
Gewinn:
+
40.208,34
Vorteil gegenüber
Altregelung
+
40.208,34
Bricht der Niedriglohnsektor - wie von Straubhaar beschrieben - von
800 Euro auf 297 Euro ein, müssen künftig bis zu 255 Bürgerinnen und
Bürger im Niedriglohnsektor einen Monat lang einen Steuersatz von 50%
dulden,
damit der Steuervorteil von 37.808 Euro im o.g. Beispiel für ein Spitzeneinkommen
finanziert werden kann.
Bürgergeld 2010 - FDP droht mit Bedürftigkeitsprüfung
Nach der Bundestagswahl bewirkte die Forderung der FDP sich für ein
liberales Bürgergeld mit
Bedürftigkeitsprüfung einzusetzen (ein Beschluss von 2005),
eine landesweite Protestwelle. Beinahe alle bekannten Sozialverbände
übten scharfe Kritik an den Plänen. Das liberale Bürgergeld will
ebenso den Mindestlohn verhindern, Niedriglöhne noch weiter absenken, den
Kündigungsschutz aushöhlen, Flächentarife aushebeln, die Pflege- und
Krankenversicherung völlig privatisieren und droht zusätzlich mit
Kürzungen und Sanktionen, wenn nicht jede Arbeit zu jedem
Preis angenommen wird*. *Quelle:
Pinkwart (FDP): Das Liberale Bürgergeld; FDP Wahlprogramm
Ein nicht die Existenz sichernder Ersatz für Hartz IV bedeutet den
akzeptierten Ausbau des Niedriglohnsektors.
Die FDP formuliert diesen Sachverhalt wie folgt:
Durch das Bürgergeld wird die Nachfrage und damit das Angebot an
Arbeitsplätzen im Niedriglohnbereich gesteigert: Aus Sicht des
Arbeitnehmers wird ein für ihn nicht existenzsichernder Lohn durch
das Bürgergeld ergänzt und somit attraktiv*.
Das Grundeinkommen soll im Brückenschlag mit der arbeitgeberfinanzierten Inititiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)
flächendeckende Mindestlöhne verhindern. Gleichzeitig soll es den
Markt für Stundenlöhne im untersten Drittel des einstelligen
Eurobereiches öffnen. Die Tragweite für die internationale
Lohnkonkurrenz wäre durch eine Festigung dieses Lohnbereiches in der
innerdeutschen Arbeitswelt katastrophal und die Auswirkungen auf unsere
europäischen Nachbarn mit ihren existenten Mindestlöhnen nicht zu
unterschätzen. Deutschland würde europaweit breite Schichten in den
Niedriglohnbereich drängen.
Als Botschafter der INSM
ist Thomas Straubhaar zugleich Direktor des erst vor
kurzem gegründeten privaten
Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI).
Neben dem Thema Weltwirtschaft tritt Straubhaar verstärkt mit
dem Thema
Bürgergeld an die Öffentlichkeit und tritt damit auch für die
Interessen der INSM ein.
Unter dem Namen des privaten HWWI werden hierzu die
privaten Meinungen und Beispielrechnungen des Lobbyisten Straubhaar zum
Thema Bürgergeld veröffentlicht. Das HWWI betreibt auch eine
"Niederlassung Thüringen" in Erfurt. Die CDU nutzte bereits
umfangreich
die privaten Veröffentlichungen von Straubhaar. Derweilen arbeitet
die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) weiter an dem Thema. Unter deren Puplikationen
findet man bekannte Namen wie z.B. Opielka, Straubhaar usw.
Ziel und Grundmotivation von Straubhaar
und Althaus
"Ziel und Grundmotivation des Modells ist es, ... die Lohnnebenkosten drastisch zu senken bzw. abzuschaffen,
... und die Wirtschaft vor weitergehenden sozialpolitisch motivierten Eingriffen in den Markt zu schützen."
"Libertäre GE-Modelle (Straubhaar, Althaus) reduzieren soziale Ungleichheit kaum bzw. verstärken sie sogar."
Thomas Straubhaar (INSM) nannte in der B.Z. vom 12. Juli 2009 den
neuen Höchstsatz. Das Bürgergeld soll demnach nur noch 400€uro
betragen. "Wer mehr will, muss arbeiten", so sein Credo. Auf die
Frage, wie unter diesen Umständen dann überhaupt noch Kranke und
Behinderte vor Armut zu schützen wären, konterte er mit den
erschreckenden Worten, dass man von 400 €uro zwar nicht leben kann,
aber je mehr Ausnahmefälle es gäbe, umso teurer würde es für den
Steuerzahler werden."
Zugleich fordert er die Abschaffung von Renten-, Arbeitslosen- und
Pflegeversicherung.
Quelle: B.Z.
nicht mehr in der ursprünglichen Version im Netz
Sachverständigenrat bestätigt:
Bürgergeld nicht finanzierbar
Die führenden Wissenschaftler in Deutschland erteilen somit der
privaten Studie von Straubhaar eine klare Abfuhr.
So lautet es in
dem Jahresgutachten der fünf Wirtschaftsweisen:
"Die von Althaus vorgeschlagene Originalversion ist mit einer
Finanzierungslücke von über 227 Mrd. Euro schlicht und einfach nicht
finanzierbar. Auch sozialpolitische Revolutionen können ökonomische
Grundzusammenhänge, insbesondere die Einhaltung der staatlichen
Budgetbeschränkung, nicht außer Kraft setzen."
Kathleen Röhrig erläutert die Ursprünge zur Idee der negativen
Einkommensteuer bzw. der hohen Besteuerung unterer Einkommen in
einer Diplomarbeit. Die Gedanken des als Urheber benannten Milton Friedmann werden wie folgt
wiedergegeben:
"Denn er geht bereits zu Beginn seiner Überlegungen davon aus, dass
das Modell vor allem durch private Wohltätigkeiten ergänzt werden
soll."
Quelle: Polizei Thüringen
http://polizei.thueringen.de/imperia/md/content/buergergeld/diplomarbeit.pdf
(nicht mehr im Netz)
Termine
Straubhaar / INSM wollten Ende 2009 eine private Bewertung zur Finanzierung
abgeben. Nach den landesweiten Protesten im Oktober 2009 gegen das
liberale Bürgergeld
unterblieb für ein weiteres Jahr die Veröffentlichung der
angekündigten Studie. Die Veröffentlichung startete im Oktober 2010.
Unterdessen hat der Sachverständigenrat, bzw. eine
Einzelperson des Rates eine
Reduzierung von Hartz IV um 30% gefordert und eine Hinzuverdienstmöglichkeit gefordert. Die FDP und CDU setzt derweilen auf
die Kopfpauschale in der KV und eine kapitalgedeckte PV, welches
in Auszügen nicht nur dem liberalen Bürgergeld entsprechen. Die
Deckelung von Wohngeld und Heizkostenpauschalen lassen das
Bürgergeld durch die Hintertür kommen. Es scheint, als ob die Eliten
die gleichen Wege nur unter einem anderen Namen beschreiten wollen.
Brutto-Netto-Rechnung bei Erwerbslosen, Kranken, künftigen Rentnern
(ohne Möglichkeit der Eigenvorsorge)
Rechnung Solidarisches Bürgergeld:
Monatseinkommen
Euro
Abzüge geplant
Euro
Solidarisches Bürgergeld:
600,00
Lohnsteuer:
entfällt
tatsächliches Bürgergeld*
600,00
*ohne eigenem Einkommen
Miete, NK, Nahrung,
Kleidung, Medikamente usw. Diese 600,00 Euro müssen für
alles reichen.
ELENA: Grundlage zur Berechnung des Bürgergeldes?
Nur wenn alle Einkünfte bekannt sind, kann das Bürgergeld
berechnet werden.
Das elektronisches Entgeltnachweisverfahren
liefert hierzu die erforderlichen Daten
Was von Ihnen alles gespeichert wird:
Datenliste
mit 42 Seiten der Beschreibung aller gespeicherten Daten
ELENA kennt bisher nur Daten abhängig Beschäftigter.
Selbständige, Einkommen durch Vermietung und Verpachtung, Zinsen
und Dividenden werden darin nicht erfasst.
http://de.wikipedia.org/wiki/ELENA-Verfahren
Fazit
Auf den ersten Blick lösten die Beispielrechnungen von Althaus u. Straubhaar unbestritten wahre
Begeisterungsstürme aus. Versprochene 300 Euro für ein Kind und 200
bis 600 Euro
für jeden Bürger lassen aufhorchen. Nach genauer Betrachtung
verwundert es aber kaum, dass damit fast alle bisher existenten Absicherungen
der Sozialen Marktwirtschaft zugunsten
der Besserstellung von Spitzeneinkommen abgeschafft werden.
Hier wird das Motto "Leistung muss sich lohnen" bestens umgesetzt
und zur Finanzierung der Spitzeneinkommen würde die breite Masse
massive
Einschnitte verkraften müssen.
Besonders geschickt ist die Formulierung der "negativen
Besteuerung" für die eigentlichen 50% Steuern auf Einkünfte unterhalb
der Grenze von 1600 Euro. Damit wird bewusst die
harte Wahrheit umgangen, dass gering Verdienende die
Steuersenkungen der oberen Einkommensschichten tragen werden.
Solidarisch ist dieses Modell also in keinem Fall zu nennen.
Auch liegt
die Höhe des Bürgergeldes sehr deutlich unter der von der EU
festgelegten Armutsgrenze.
Lösungen für erforderliche Anpassungen an die Inflation sind nicht
einmal im Ansatz geklärt und daher auch nicht berücksichtigt.
Deutscher Bundestag -
Grundeinkommen und soziale Gerechtigkeit Quelle: Zeitschrift "Das Parlament", Beilage "Aus Politik und Zeitgeschichte" (Nr. 51 / 17.12.2007)
Autor Prof. Dr. Christoph Butterwegge
Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA):
"Solidarisches Bürgergeld" - ein Irrweg "Für Bezieher hoher Einkommen stelle es eine massive Entlastung der Steuer- und Abgabenlast dar."