Initiative gerechter Marktwirtschaft

 
 
 

Arbeitszeit

Zunehmende Zahl Erwerbstätiger trotz Arbeitszeitverkürzung

Vergleicht man die Größe des Arbeitsvolumen (alle geleisteten Stunden aller Erwerbstätigen) von 1980 mit den Zahlen aus 2005, dann ergibt sich eine leichte Reduzierung des Arbeitsvolumen von 1,9%*. Gleichzeitig sank im Schnitt die einzeln geleistet Jahresarbeitszeit.

In diesem Zusammenhang kam es bedingt durch diese Arbeitszeitverkürzungen zu einer erheblichen Zunahme von erforderlichen Erwerbstätigen. Diese Steigerung betrug von 1980 bis 2005 ca. 19,8%*. Es arbeiteten 2005 also 1.248.000* mehr Menschen als noch 1980.

Trotz dieser Steigerung waren jedoch prozentual immer mehr Menschen ohne Arbeit. Eine gesteigerte Neigung zur Erwerbsarbeit der Bevölkerung konnte durch die zu gering ausfallende Arbeitszeitverkürzung nicht ausgeglichen werden.

Mehr Arbeitsplätze durch Arbeitszeitverkürzung

Die enorme Steigerung der Zahl von Erwerbstätigen in Verbindung mit der gesunkenen durchschnittlichen Jahresarbeitszeit pro Erwerbstätigen kam durch zwei wichtige Faktoren zustande:
  • Verkürzung der Tariflichen Jahresarbeitszeit im Zeitraum um 8,2%* !
  • Die Ausweitung der Teilzeitarbeit, Minijobs. usw. verringert den Durchschnitt um weitere 10%*
  • gesteigerter Erwerbsneigung der Bevölkerung
Dennoch gelang es trotz der enormen Steigerung der Zahl von Erwerbstätigen nicht die Arbeitslosigkeit einzudämmen.

Diese Diskrepanz ergibt sich aus einer Vielzahl von Einzelkriterien. Besonders aber aus der demographischen Entwicklung, der Mobilisierung der stillen Arbeitsmarktreserve (sonst nicht erfasster Arbeitslosigkeit), einer steigenden Erwerbsneigung vieler bestens qualifizierter Frauen und anderer Bevölkerungsgruppen, sich ausweitender Altersarmut die oft zur Aufnahme einer Arbeit zwingend erforderlich sein kann, uvm.


Entwicklung der tariflichen Arbeitszeit im Bereich IGM²
alle Bundesländer ohne Bayern und NBL
von bis Stunden
  31.12.1956 48,00
01.01.1957 31.12.1958 45,00
01.01.1959 31.12.1961 44,00
01.01.1962 31.12.1963 42,50
01.01.1964 31.12.1966 41,25
01.01.1967 31.03.1985 40,00
01.04.1985 31.03.1988 38,50
01.04.1988 31.03.1989 37,50
01.01.1989 31.03.1993 37,00
01.04.1993 30.09.1995 36,00
01.10.1995 ? 35,00
Bayern
  31.11.1956 48,00
01.12.1956 31.01.1959 45,00
01.02.1959 31.12.1961 44,00
01.01.1962 31.12.1962 43,00
01.01.1963 31.12.1963 42,00
01.01.1964 31.12.1966 41,00
01.01.1967 31.03.1985 40,00
01.04.1985 31.03.1988 38,50
01.04.1988 31.03.1989 37,50
01.04.1989 31.03.1993 37,00
01.04.1993 30.09.1995 36,00
01.10.1995 ? 35,00
     
Neue Bundesländer
  31.03.1994 40,00
01.04.1994 30.09.1996 39,00
01.10.1996 ? 38,00
²Archiv IGM    


Ausbau der Arbeitszeitverkürzung erforderlich

Der Beleg, dass die in Deutschland bisher vollzogene Arbeitszeitverkürzung zu einer Zunahme der Zahl von Erwerbstätigen insgesamt führte, sollte künftig und gerade auch in Zeiten der jetzt eingesetzten Rezession als probates Mittel für einen Erhalt und der Ausweitung von Beschäftigung genutzt werden. Auch belegen Tarifverträge die Arbeitszeit zur Beschäftigungssicherung verkürzen, dass Arbeitszeitverkürzung gleichzeitig Arbeitsplatzsicherung bedeutet.

Arbeitszeitverkürzung führt zu einer Ausweitung der Beschäftigung und mit einem anzustrebenden Lohnausgleich wird es auch zu einer wünschenswerten Steigerung der Kaufkraft kommen. Beides ist machbar und die Spielräume hierzu sind vorhanden. Die Löhne in Deutschland liegen im internationalen Vergleich seit Jahren hinter denen unserer Mitbewerber.

Ein nicht zu verleugnender Effekt ist, dass Arbeitszeitverkürzung die zu keiner Ausweitung der Beschäftigung führte, in den betroffenen Betrieben die sonst erforderlichen Kündigungen aufgrund gesteigerter Produktivität verhindern konnte.

In einer modernen Gesellschaft müssen daher alle Wege für einen Fortbestand der Beschäftigungssicherung ausgelotet und umgesetzt werden.

*Quelle: Buch: Sind die Löhne in Deutschland zu hoch?
Nach Angaben der Ämter von Bund und Länder - Westdeutschland.
vgl.: Kapitel 3 - Görgens: Sind die Löhne in Deutschland zu hoch?

 

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